Infektiologie, Pneumonologie und Urologie

Factsheet

Infektiologie, Pneumonologie und Urologie

Datum

tbd 2022

Ort

Universität Bern, Mittelstrasse 43

Unterrichtssprache

Englisch

Ziele des Moduls

Die Teilnehmenden

  • können die Einflüsse von «sex» und «gender» auf das Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen (sexually transmitted infections, STI) und HIV erläutern und kennen die Theorie der Kerngruppe, Sexualverhalten und sexuelle Netzwerke sowie die wichtigsten Faktoren für STI- und HIV-Epidemien.
  • kennen anatomische und physiologische Geschlechtsunterschiede in der Lungengesundheit und -erkrankung, die Auswirkungen von Sexualhormonen auf verschiedene Lungenerkrankungen und die Bedeutung von gesellschaftlichen Aspekten, Gesundheitsverhalten und Symptomwahrnehmung.
  • sind sich der Geschlechtsunterschiede in der Diagnostik und Therapie der urologischen Tumore, von Harnwegsinfekten und Blasenfunktionsstörungen bewusst und verstehen die Rolle von Anatomie und Hormonen.
Inhalt des Moduls

Das Modul fasst die Fachbereiche Infektiologie, Pneumologie und Urologie zusammen. Unterschiedliches Risikoverhalten, der Einfluss von «Gender»-Rollen, Unterschiede in der Anatomie sowie geschlechtsspezifische Eigenschaften des Immunsystems führen zu wichtigen Unterschieden in der Epidemiologie, der Ausprägung, dem Verlauf und der Behandlung von Erkrankungen.

Konkret umfasst das Modul folgende Blöcke:

  • Infektiologie

Je nach sexueller Identität und Orientierung unterscheiden sich Risikoverhalten bezüglich bestimmter Infektionskrankheiten. Aber auch anatomische und genetische Unterschiede tragen zu einer unterschiedlichen Anfälligkeit sowie zu Unterschieden in der Pathogenese von Infektionskrankheiten bei. Der Block Infektiologie befasst sich insbesondere mit

        • der Rolle des Geschlechts («sex» und «gender») in der Epidemiologie von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen (STI): Die Ausbreitung dieser Infektionen wird durch Wechselwirkungen zwischen dem Erreger, dem Wirt und der Umwelt beeinflusst. Und sowohl «sex» als auch «gender» sind wichtige Determinanten des Risikos. Sexuelle und geschlechtsspezifische Identität, die die Wahl von gleich- oder andersgeschlechtlichen Sexualpartnern beeinflussen, beeinflussen auch das Risiko des Erwerbs und der Übertragung von STI. So sind beispielsweise Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, einem höheren Risiko ausgesetzt, STI zu erwerben und zu übertragen, als Männer, die nur Sex mit Frauen haben, oder Frauen. Wir werden die Epidemiologie der bakteriellen, viralen und protozoalen STI behandeln.
        • geschlechtsspezifischen («sex» and «gender») Aspekten bezüglich Prävention, Infektionsrisiko, Übertragung, Diagnosestellung und Therapie von HIV.
        • Unterschieden in der Symptomatik von sexuell übertragbaren Krankheiten.
        • Folgen von sexuell übertragbaren Krankheiten für Frauen und Männer (Fertilität, Geburtshilfliche Komplikationen, vertikale Transmission)
        • Zugang zu Therapie/Prävention
  • Pneumologie

In der Vergangenheit waren Männer häufiger von chronischen Lungenerkrankungen betroffen als Frauen, wobei sich die Prävalenz der rauchbedingten Lungenerkrankungen in den letzten Jahrzehnten angeglichen hat. Das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Unterschiede im Risiko und der Anfälligkeit für Lungenerkrankungen, die Auswirkungen von Lungenerkrankungen auf Morbidität und Mortalität sowie die Unterschiede im Ansprechen auf die Behandlung wachsen. In diesem Block diskutieren wir Geschlechtsunterschiede in der Lungengesundheit und -erkrankung, anatomische und physiologische Geschlechtsunterschiede, die zu Grunde liegende Biologie und insbesondere die Auswirkungen von Sexualhormonen auf verschiedene Lungenerkrankungen. Weitere gesellschaftliche Aspekte, Gesundheitsverhalten und Symptomwahrnehmung werden behandelt, einschliesslich Überlegungen zum personalisierten und geschlechtsspezifischen Management von Lungenerkrankungen. Spezifische Themen werden sein:

        • Geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Prävalenz und Ausprägung von zahlreichen immunologischen Erkrankungen sind bereits seit Langem bekannt. Die Ursachen hierfür scheinen zum einen in den Geschlechtschromosomen per se als auch in durch Sexualhormone ausgelöste Unterschiede in der Genregulation, in Interaktionen mit dem Mikrobiom als auch in membranrezeptorvermittelten Reaktionen zu liegen. Die Tatsache, dass die Inzidenz der rheumatoider Arthritis bei Frauen sowohl postpartal als auch mit Eintritt der Menopause ansteigt, weist darauf hin, dass nicht unbedingt der absolute Hormonspiegel bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen.
        • Neben unterschiedlichen pathophysiologischen Geschlechtsunterschieden konnten auch Unterschiede in Bezug auf das Ansprechen auf Therapeutika (zum Beispiel bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis und Therapie mit TNFa-Inhibitoren) aufgezeigt werden. Somit scheint das Geschlecht auch in Hinblick auf eine optimale personalisierte Therapie von entscheidender Bedeutung zu sein.
  • Urologie
    Die Urologie umfasst sowohl gutartige wie bösartige Erkrankungen des Harntraktes (Niere, Harnleiter, Blase und Harnröhre) bei Männern und Frauen sowie der äusseren männlichen Genitale. Dazu gehören Tumore des Urothels (Urothelkarzinom), des ganzen Harntraktes, sowie Nierentumore, Steinleiden und Blasenfunktionsstörungen inkl. Harnwegsinfekte. Dieser Block geht speziell auf die Unterschiede der Geschlechter bei der Diagnostik und Behandlung der urologischen Erkrankung ein, inkl. Krebserkrankungen, Harnwegsinfektionen und Blasenfunktionsstörungen (Reizblase, Inkontinenz). Die anatomischen Unterschiede sowie die Rolle der Hormone wird erläutert.

Referierende

Prof. Dr. med. Christoph Hauser, Universitätsklinik für Infektiologie, Inselspital, Universität Bern (Modulleitung)

Prof. Dr. med. Hansjakob Furrer, Universitätsklinik für Infektiologie, Inselspital, Universität Bern

Prof. Dr. med. Nicola Low, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Bern

PD Dr. med. Christine Thurnheer, Universitätsklinik für Infektiologie, Inselspital, Universität Bern

Prof. Dr. med. Annelies Zinkernagel, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, Universitätsspital Zürich

Dr. med. Silvio Brugger, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, Universitätsspital Zürich

Dr. med. Sabina A. Guler, Universitätsklinik für Pneumologie, Inselspital, Universität Bern

Prof. Dr. med. Fiona Burkhard, Universitätsklinik für Urologie, Inselspital, Universität Bern

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