Hausarztmedizin und Gesundheitsversorgung

Wahlpflichtmodul

Datum: TBD 2027
Kursort:
Bern (Teilnahme vor Ort oder online)
Unterrichtssprache: Englisch
Anmeldung Einzelmodulteilnahme: Anmeldung
Kosten: Zweitagesmodul CHF 500, Einzeltagbuchung CHF 280 (ab November 2026: CHF 830 bzw. CHF 430)

Credits

1 ECTS Punkte Zweitagesmodul
CME Punkte beantragt «Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM»

Inhalt

Geschlechtsspezifische Unterschiede prägen die medizinische Grundversorgung auf vielen Ebenen, von der Diagnostik und Prävention bis hin zur Schmerzbehandlung und Überweisung an Spezialist:innen. So werden bestimmte Erkrankungen bei Frauen und Männern unterschiedlich erkannt und behandelt. Zudem spielen Themen wie Gewalt in Paarbeziehungen sowie die Bedürfnisse von LGBT+-Personen eine wichtige Rolle. Das Modul vermittelt einen Überblick über diese geschlechtsspezifischen Aspekte und zeigt auf, wie sie in der allgemeinmedizinischen Praxis berücksichtigt werden können.

Konkret umfasst das Modul folgende Blöcke:

Primärversorgung und Familienmedizin
  • Genderaspekte in Anamnese, Diagnostik und Therapie
  • Geschlechtsspezifische Bedürfnisse im Patientenmanagement
  • Geschlechterstereotype im klinischen Alltag
  • Gender im klinischen Entscheidungsprozess
Schmerzbehandlung
  • Geschlechtsunterschiede in Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung
  • Einfluss biologischer und sozialer Faktoren
  • Geschlechterstereotype im Umgang mit Schmerzen
  • Konsequenzen für Diagnostik und Therapie
Prävention
  • Geschlechtsunterschiede bei Präventionsverhalten
  • Unterschiede in Risikowahrnehmung und Gesundheitsverhalten
  • Geschlechtersensible Präventionsstrategien
  • Chancen und Herausforderungen der Prävention
Alter
  • Geschlechtsspezifische Gesundheitsaspekte im Alter
  • Unterschiede bei Diagnosen und Medikation
  • Einfluss sozialer Rahmenbedingungen
  • Gesundheit und Funktionseinschränkungen im Alter
Gewalt in Paarbeziehungen
  • Geschlechtsspezifische Betroffenheit und Risikofaktoren
  • WHO-Modell zu Prävention und Intervention
  • Rolle der Hausarztpraxis
  • Zusammenarbeit mit regionalen Unterstützungsnetzwerken
Palliativmedizin
  • Geschlechtsunterschiede am Lebensende
  • Vorausplanung und Entscheidungsfindung
  • Geschlechtsspezifische Forschungslücken
  • Bedeutung für die Grundversorgung
LGBT+ in der medizinischen Grundversorgung
  • LGBT+-sensible Versorgung in der Allgemeinmedizin
  • Auswirkungen von Stigmatisierung und Diskriminierung
  • Zugang zu Gesundheitsversorgung und sichere Behandlungsumgebung
  • Spezifische somatische und psychische Gesundheitsrisiken
  • Bedeutung von Geschlecht, Anatomie und Transindentität
Kommunikation und Interaktion
  • Reflexion der eigenen Positionalität
  • Einfluss sozialer Faktoren auf die Patientenbeziehung
  • Erkennen impliziter Vorurteile
  • Reflexivität in der klinischen Praxis
  • Diskriminierungssensible Kommunikation und Betreuung

Ziele

Teilnehmende

  • können geschlechtsspezifische Besonderheiten in einer Auswahl von Themen der Primärversorgung erkennen (Schmerzmanagement, Prävention, Versorgung älterer Patienten)
  • entwickeln ein kritisches Bewusstsein für gängige Geschlechterstereotypen, die die klinischen Aktivitäten und das Management von Patient:innen in der Primärversorgung beeinflussen können
  • können Gewalt in Paarbeziehungen in die von Allgemeinmedizinern zu behandelnden Gesundheitsthemen einbeziehen
  • erwerben Wissen über die spezifischen Bedürfnisse von LGBT+ Menschen in der medizinischen Grundversorgung
  • führen reflexive Übungen durch, um zu erkennen, wie die eigene soziale Position die Beziehung zu anderen in der klinischen Praxis beeinflusst