Hausarztmedizin/ Gesundheitsversorgung

Datum

tbd 2022

Ort

Universität Bern, Mittelstrasse 43

Unterrichtssprache

Englisch

Ziele des Moduls

Teilnehmende

  • erkennen geschlechtsspezifische Besonderheiten in einer Auswahl von Primärversorgungsthemen (Schmerzbehandlung, chronische Krankheiten, Betreuung älterer Patienten, Palliativmedizin, Präventionsmedizin).
  • können ein kritisches Bewusstsein für gemeinsame Geschlechtsstereotypen entwickeln, die die klinische Behandlung und das Management von Patientinnen und Patienten in der Primärversorgung beeinträchtigen könnten.
  • beziehen Gewalt intimer Partner in die Gesundheitsfragen ein, die von Allgemeinmedizinern anzugehen sind.
  • verfügen über Kenntnisse über die spezifischen Bedürfnisse von LGBT+ in der primären Gesundheitsversorgung.
  • haben geschlechts-differenzierte Kommunikationsfähigkeiten entwickelt.
Inhalt des Moduls

Geschlechtsspezifische Besonderheiten (sex und gender) in der primären Gesundheitsversorgung sind bekannt und dokumentiert. So werden beispielsweise bei Frauen kardiovaskuläre Symptome weniger erkannt, während Depressionen bei Männern nicht behandelt und unterbehandelt werden. Die Überweisung an Spezialisten kann auch geschlechtsspezifisch sein. Darüber hinaus können geschlechtsspezifische Fragen wie intime Gewalt oder LGBT+-Spezifitäten häufig nur in der Intimität einer Allgemeinpraxis erkannt und behandelt werden.

Dieses Modul soll einen Überblick über Geschlechterunterschiede (sex und gender) im weiten Bereich der primären Gesundheitsversorgung geben und Instrumente zur Lösung geschlechtsspezifischer Fragen im privilegierten Umfeld der Allgemeinmedizin bereitstellen.

Konkret umfasst das Modul folgende Blöcke:

  • Schmerzbehandlung (CC)
    Die Schmerzbehandlung ist ein Bereich, in dem zur Zeit viele Daten zu Unterschieden zwischen Frauen und Männer gesammelt und publiziert werden. Biologische Faktoren erklären verschiedene Manifestationen von Schmerzen, und soziale Faktoren bestimmen, wie Patienten von ausgeprägten Schmerzen befreit werden. Diese Aspekte werden in diesem Block behandelt.
  • Chronische Erkrankungen (JLB)
    Bei chronischen Erkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas), die oft auf das individuelle Verhalten zurückzuführen sind, gibt es zahlreiche Geschlechtsunterschiede (sex und gender), die in der Tat hauptsächlich durch strukturelle Faktoren bedingt sind, die Frauen und Männer unterschiedlich stark betreffen.
  •  Alter (YM+JS)
    Geschlechtsspezifische Unterschiede summieren sich im Laufe des Lebens und führen zu erheblichen Unterschieden in der Art und Weise, wie ältere Männer und Frauen Gesundheit, Gesundheitsversorgung und Funktionsstörungen erleben. Unterschiede in bestimmten Diagnosen und Medikamentenverschreibungen werden ebenso hervorgehoben wie die Auswirkungen der Unterschiede im sozialen Kontext zwischen älteren Männern und Frauen.
  • Palliativmedizin (SE)
    Bei der Vorbereitung auf das Lebensende und der medizinischen Vorausplanung zeigen sich Unterschiede nicht nur in den Altersgruppen, sondern auch im Geschlecht. Die meisten der verfügbaren Daten stammen jedoch aus Studien mit Männern, Daten von Frauen fehlen oft. Wir diskutieren Gründe und mögliche Folgen für die Grundversorgung.
  • Prävention (CC)
    • Erforschung der Geschlechterunterschiede bei der Früherkennung von Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.
      Verständnis des Einflusses des Geschlechts auf gesundheitsbezogene Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum und andere Abhängigkeiten.
  • Intime Partnergewalt (IPV) (NRG, JLB)
    • Daten über IPV zeigen, dass Frauen stark belastet sind.
    • Vorstellung des ganzheitlichen Modells der WHO zum Verständnis der Risikofaktoren und zur Steuerung der Prävention.
    • Der Allgemeinmedizin kommt in Zusammenarbeit mit den kantonalen und regionalen Netzwerken eine Schlüsselrolle zu.
  • LGBT+ in der Primärversorgung (EV)
    • Management von LGBT+-Patienten in der Allgemeinmedizin (von der Kommunikation bis zu spezifischen klinischen Bedürfnissen)
  • Kommunikation, Interaktion zwischen Patienten und Anbietern (RMV)
    • Verstehen, wie das Geschlecht Interaktionen und Kommunikation beeinflusst, und was getan werden kann, um Verzerrungen zu begrenzen, die die Gesundheit beeinträchtigen.
    Referierende

    Prof. Dr. med. Carole Clair (CC), Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté), Lausanne (Modulleitung)

    Dr. med. Joana Le Boudec (JLB), Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté), Lausanne

    Dr. med. Yolanda Müller (YM), Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté), Lausanne

    Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller (SE), Universitäres Zentrum für Palliative Care, Inselspital, Bern

    Dr. med. Nathalie Romain-Glassey (NRG), Centre universitaire romand de médecine légale, Université Lausanne

    Dr. med. Erika Volkmar (EV), Fondation Agnodice, Lausanne

    Dr. med. Régis Marion-Veyron (RMV), Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté), Lausanne

    Anmeldeformular und Anmeldeschluss 

    tbd